Katharina Bechler
Schloss Oranienbaum
Architektur und Kunstpolitik der Oranierinnen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Studien zur Landesgeschichte, Bd. 4
Zugl. Diss., TU Berlin 2000
2., durchgesehene und ergänzte Auflage 2007
200 Seiten, geb. m. SchU.,
zahlr. Farb- und s/w-Abbildungen
ISBN 978-3-89812-097-5
In der Reihe „Studien zur Landesgeschichte“ ist auf Grundlage ausgiebiger Archivrecherchen ein kunst- und architekturhistorisch informativer vierter Band über das am Ende des 17. Jahrhunderts gegründete Schloss Oranienbaum und den gleichnamigen Ort entstanden. Neben den politischen Intentionen der Schloss- und Ortsgründung Oranienbaum, berücksichtigt der Band ebenso die Baugeschichte des Schlosses, die jeweiligen Baumeister, die Innenausstattung und die Funktion der einzelnen Räumlichkeiten. Zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen zeigen reizvolle Ansichten und Aspekte der sachsen-anhaltischen Gründung, die bereits populäre Publikationen über Schloss Oranienbaum ergänzen.
Inhalt
A. Einleitung S. 13
B. Historische Betrachtung – politische Hintergründe für den Bau S. 23
I. Zur politisch-konfessionellen Bedeutung des oranischen Hofs in Den Haag S. 3
II. Die Fürstin Henriette Catharina, eine Oranierin in Anhalt-Dessau S. 27
C. Schloss und Park Oranienbaum S. 33
I. Beschreibung mit Ergebnissen von Bauforschung und dendrochronologischer Untersuchung S. 33
II. Zu den Baumeistern Cornelis Ryckwaert und Johann Tobias Schuchart S. 75
III. Auswertung archivalischer Quellen S. 79
IV. Ergebnisse zur Bau- und Nutzungsgeschichte – Ausblick S. 106
D. Die Auftraggeberin und das Bauwerk innerhalb der familiären Bautradition S. 115
I. Bau- und Kunstpolitik der Eltern S. 115
II. Zur Bautätigkeit der oranischen Schwestern und Angehörigen der nachfolgenden Generationen S. 130
E. Schlussbetrachtung S. 161
F. Anhang S. 167
Die Autorin
Dr. Katharina Bechler, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Publizistik, 1995-2004 Tätigkeit als Museumspädagogin in der Stiftung Wörlitzer Gärten, 2004-2006 Direktorin der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, derzeit im Schuldienst
Pressestimmen
"Eine überraschende und bis dato wenig bekannte Zusammenschau niederländischen Kunst- und Herrscherwillens im Deutschland des 18. Jahrhunderts."
Das Parlament
"Insgesamt gesehen gelingt der Arbeit der Spagat zwischen Politik- und Kunstgeschichte. Sie basiert auf breiter Literaturgrundlage und ist vorzüglich – zum Teil farbig – bebildert. Im Hinblick auf Oranienbaum kann die Forschung nun jedenfalls auf eine gelungenen Untersuchung zurückgreifen, der eine grenzübergreifende breite Rezeption sehr zu wünschen ist."
sehepunkte 4 /2004, Nr. 10 (15. Oktober 2004)
"Erhellend sind die Einblicke in die Bau- und Kunstpolitik des Hauses Oranien."
Mitteldeutsche Zeitung
"Katharina Bechler erzählt anregend und kompetent."
Zerbster Volksstimme
"Bechler gelingt es, den Kontext, in dem Oranienbaum entstanden ist, glaubenswürdig darzustellen – das Schloss, die Grundstücke, die Stadt – in einem komplexen Bild des frühen modernen Europa. Erstens erklärt das Buch weitreichende Zweige der Dynastie Oranien im konfessionell zersplitterten Europa … sowie ihre ehrgeizige Heiratspolitik. Zweitens betrachtet die ausführliche Analyse der Architektur von Oranienbaum und seiner Kunstwerke auch die anderen Familienschlösser, die im heutigen Frankreich, den Niederlanden, England und Deutschland zu finden sind. Drei Seiten des Familienstammbaums im Anhang geben eine sehr hilfreiche Auskunft über die ganze Dynastie (bis zur heute regierenden Königin Beatrix).
Obwohl viele wichtige historische Dokumente während des Zweiten Weltkrieges verlorengegangen sind, konnte Bechler die Funktionen der meisten Räume des Schlosses Oranienbaum zu Lebzeiten von Henriette Catharina rekonstruieren.
Ein Geheimnis des Erfolgs von Bechler in der Darstellung eines komplexen Bildes von Oranienbaum liegt ohne Zweifel in ihrer Aufmerksamkeit zu Details und ihrer ausführlichen Analyse der Kunstwerke, von Architekturmerkmalen zu Gemälden oder einfach nur der Verwendung von Farbe. Beispielsweise verfolgt das Buch die symbolische Benutzung Orangenbaums auf Gobelins, Stucken, Heraldik, Porträtgemälden, an Kaminen, Fensterläden, Münzen.
Der Titel und die schlichte Titelseite des Buchs von Bechler versprechen eine solide Studie, die für die Spezialisten geschrieben ist. Was man aber zwischen den Umschlagseiten findet, ist viel mehr. Das Buch lässt sich gut lesen (lateinische und italienische Zitate sind übersetzt, Französisch wird vorausgesetzt), es ist für einen breiten Leserkreis zugänglich (fachspezifische architektonische Termini werden im Buch erklärt). Es füllt eine wichtige Lücke in anderen Studien zu diesem Thema ein und weist mehrmals auf Gebiete und Fragen hin, die einer weiteren Untersuchung wert sind."
H-Net Reviews (H-German, Oktober 2005, Übers. Verlag)
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